Mir, Kruzenshtern und SedovRusslands so verschiedene Großsegler bieten Abenteuerurlaub11.04.2008 Brigitte Jaeger-Dabek
Russland besitzt drei der faszinierendsten und schönsten noch fahrenden Windjammer. Alle drei nehmen gern zahlende Gäste mit
Windjammer – unter weißen Segeln vor dem Wind auf schönen alten Traditionsschiffen zur See fahren, dem Fernweh zu neuen Ufern hinter dem Horizont folgen mit dem Salzgeschmack von Kap Hoorn auf den Lippen. Die drei russischen Großsegler Mir, Kruzenshtern und Sedov gehören - unterschiedlich wie sie sind - zu den schönsten Großseglern, die noch in Fahrt sind. Sie dienen in erster Linie der Kadettenausbildung, nehmen aber auch gerne zahlende Mitsegler mit. Alle drei sind Schiffe der Superlative: der schnellste Großsegler, der letzte Flying-P-Clipper und der größte Windjammer in Fahrt. Die MirAls Gewinnerin der legendären Cutty-Sark-Regatta von 1996 und 1997 gilt die Mir als schnellster Windjammer der Welt und hat eine Segelfläche von 2385 m². Sie ist ein modernes Schiff, das 1987 in Gdansk / Danzig vom Stapel lief. Der Riss der Mir stammt vom berühmten polnischen Konstrukteur Zygmunt Choren, der den modernen Windjammerbau mit seinem Schiffstyp M 108 revolutionierte. Die polnischen Schiffe Dar Mlodziezy und Dar Pomorza sowie die russische Druzhba waren die ersten Segler dieses Schiffstyps, dann folgte die Mir, deren Rigg noch einmal überarbeitet wurde, was sie extrem hoch am Wind segeln lässt. Allerdings rollt sie dadurch etwas mehr als ihr später gebautes ukrainisches Schwesterschiff Khersones, die mit wiederum leicht verändertem Rigg dafür aber auch etwas langsamer ist. Wer als Trainee mitfahren möchte, kommt in Kammern für 12 Personen in Etagenkojen unter. Das 108 m lange Dreimast-Vollschiff der Staatlichen Marine-Akademie St. Petersburg hat eine Stammcrew von 39 Mann und kann 90 Kadetten sowie 60 Trainees mitnehmen. Die KruzenshternDie Kruzenshtern lief 1926 auf der Bremerhavener Tecklenborgwerft unter dem Namen Padua vom Stapel und war der letzte der legendären „Flying P-Liner“ der Hamburger Laeisz-Reederei. Die 114 m lange Viermastbark mit einer Segelfläche von 3400 m² ging 1945 an die Sowjetunion, wo sie nach dem russischen Navigator Kruzenshtern umbenannt wurde. Der Heimathafen des jetzt von der Fischereiverwaltung zur Ausbildung des seemännischen Nachwuchses genutzten Seglers ist nun Kaliningrad, das alte Königsberg. Die bis zu 50 Mitsegler werden auf der Kruzenshtern in Kabinen mit zwanzig doppelstöckigen Kojen untergebracht. Die SedovDie Viermastbark Sedov ist mit 117 m Länge und einer Segelfläche von 4192 m² das größte noch fahrende Segelschiff der Welt. Unter dem Namen Magdalene Vinnen lief der Windjammer 1921 bei der Krupp-Germania-Werft Kiel vom Stapel. Als einer der wenigen noch fahrenden Großsegler war die heutige Sedov einst auf der klassischen Südamerikalinie um Kap Hoorn als Weizen- und Salpeter- Frachtsegler im Einsatz. 1936 wurde der Clipper an den Norddeutschen Lloyd verkauft, der ihn in Kommodore Johnson umbenannte, und als frachtfahrendes Ausbildungsschiff nutzte, während es im Zweiten Weltkrieg Schulschiff in der Ostsee wurde. Nach dem Krieg ging die Kommodore Johnson als Reparation an die Sowjetunion, wo sie nach dem russischen Polarforscher nun in Sedov umgetauft wurde. Sie fährt bei insgesamt 240 Unterkünften nun mit einer Stammcrew von 70 Mann als Schulschiff für das Fischereiministerium und kann gut 100 Kadetten sowie bis zu 55 Trainees mitnehmen. Die Mitsegler kommen in drei Kabinen mit je 820 und 22 Kojen unter. Lesen Sie mehr über Urlaub auf russischen Windjammern. Mehr Informationen über Windjammer-Reisen gibt es bei Tall-Ship Friends Deutschland e.V. und bei Windjammer weltweit.
Der Artikel Mir, Kruzenshtern und Sedov in Schiffsreisen unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Mir, Kruzenshtern und Sedov ist Brigitte Jaeger-Dabek.
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